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In den Taschen von Lotfi Lamaali

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In den Taschen von Lotfi Lamaali

Man nennt ihn einen Virtuosen, und das zu Recht: Lotfi Lamaali brilliert in seiner Disziplin, dem Longboard Dancing, einer sportlichen und künstlerischen Praxis, die Skaten, Surfen und Tanzen harmonisch miteinander verbindet. Nooz hat einen Blick in die Taschen dieses ebenso sympathischen wie talentierten Mannes geworfen. Ein Interview.

Was haben Sie immer in Ihren Taschen, Lotfi?

Meine Schlüssel, mein Smartphone, kabellose Kopfhörer und eine Sonnenbrille von Nooz. Ich habe immer ein Modell dabei, ob in der Hosentasche oder im Rucksack. Und wenn ich verreise, packe ich jedes Mal drei Paar in meinen Koffer.

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Welche Modelle tragen Sie?

Ich habe mehrere, aber meine liebste ist die Cruz, weil ich runde Gläser sehr mag. Der Name erinnert mich übrigens an das Wort „Cruising“ („Fahren auf dem Longboard“, Anm. d. Red.) : Sie ist also wie für mich gemacht! Ich habe sie in Schildpatt, in Blau und in Schwarz (meine Lieblingsfarben), damit ich je nach Outfit wechseln kann.

Ist Ihnen Ihr Kleidungsstil wichtig?

Sehr wichtig! (Lacht).

Kommt es vor, dass Sie Ihre Longboards und Ihre Sonnenbrillen aufeinander abstimmen?

Ja! (Lacht) Na ja, ich stimme sie vor allem auf die Rollen meiner Boards ab, die gelb, orange oder blau sein können. Wenn ich zum Beispiel mein Longboard mit den blauen Rollen nehme, trage ich die blaue Cruz!

Was gefällt Ihnen an den Brillen von Nooz?

Das ultraflache Etui hat mich sofort überzeugt, das ist wirklich eine super Idee! Es sind sehr gute Brillen, ich werde in der Sonne nicht geblendet, und vor allem sind sie extrem leicht, und das ist für mich ein gewichtiges Argument! Beim Fahren ist das viel angenehmer als mit schwereren Brillen, die bei jeder Pirouette gern verrutschen. Dank ihres geringen Gewichts bleiben sie etwas länger auf meiner Nase, und das ist für mich enorm wichtig, weil ich ständig fahre.

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Seit wann fahren Sie eigentlich Longboard?

Seit zwölf oder dreizehn Jahren. Meine damalige Freundin war Surferin und Riderin und hatte ein Longboard bei sich zu Hause. Es war das erste Mal, dass ich ein so langes Board sah, ich kannte nur Skateboards. Eines Tages habe ich es dann aus reiner Neugier ausprobiert. Ich habe mir das Board geschnappt, bin runter auf die Straße und losgefahren. Es hat mich sofort gepackt, ganz unmittelbar! Liebe auf den ersten Blick! Ich habe ein unglaubliches Gefühl entdeckt.

Wie sind Sie zum Longboard Dancing gekommen, und was hat Sie an dieser Disziplin gereizt?

Als ich mit dem Longboarden anfing, habe ich mir auf Youtube viele Downhill-Videos angesehen, bis ich auf zwei Rider namens Adam & Adam stieß, die ich damals nicht kannte. Sie machten sehr zugängliche, gut erklärte und vor allem sehr lustige Videos! Genau das hat mich gepackt! Ich habe mir das Video zu Hause angeschaut, bin dann mit meinem Board auf die Straße und habe versucht nachzumachen, was sie taten. Longboard Dancing ist eine Disziplin für sich, eine echte Mischung. Sie übernimmt einige Tricks aus dem klassischen Skateboarding und ergänzt sie um Tanzschritte und die Cross-Steps aus dem Surfen.

Damals war dieser Sport kaum bekannt. Wie haben Sie es gelernt?

Anfangs mit Youtube! Ich stand quasi vor einem leeren Blatt, denn im Longboard Dancing gab es noch kaum ein Repertoire an Tricks. Also habe ich beschlossen zu experimentieren und mein Board in alle Richtungen zu schleudern, um zu sehen, was mit einem 1,25 m langen Brett möglich ist. Das erste hat ganz schön was abbekommen! (Lacht)

Wie sind Sie ins Rampenlicht gerückt?

Ich habe einen Trick erfunden, bei dem ich mein Board mit der Hand greife, und ihn Aero Grab genannt. Dann habe ich beschlossen, mich zu filmen und Videos auf Facebook zu posten. Durch die Leute, die ich kennenlernte, bekam ich das Angebot, professionelle Videos von diesem Trick zu drehen, und nach und nach wurde er auf der ganzen Welt nachgemacht! Unglaublich!

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Sie haben uns erzählt, dass Sie immer Ihre kabellosen Kopfhörer in der Tasche haben: Spielt Musik eine wichtige Rolle in Ihrem Leben?

Ich mache seit 20 Jahren Musik. Ich spiele Gitarre und Klavier und produziere Musik. Deshalb hat es mich unter allen Longboard-Disziplinen (wie Slalom oder Downhill) ganz natürlich zum Dancing hingezogen. Es war die künstlerische Seite, die Verbindung zur Musik, die mich begeistert hat.

Welche Musikrichtungen mögen Sie?

Ich bin ziemlich vielseitig und höre alles, aber besonders mag ich Blues, Jazz und Soul. Im Moment bin ich voll auf Neo-Soul, ich mag Künstler wie Tom Misch, FKJ oder Jordan Rakei sehr.

Longboard Dancing ist noch eine eher unbekannte Disziplin. Setzen Sie sich dafür ein, sie bekannter zu machen?

Sie ist 2006-2007 in Kalifornien entstanden, und dank Youtube, das fast zur gleichen Zeit gegründet wurde, konnte die Welt nach und nach die ersten Videos dieser Disziplin entdecken. Heute, im Jahr 2021, ist es immer noch ein Nischensport. Es gibt noch keinen offiziellen internationalen Verband, aber das ist in Arbeit: Wir arbeiten gerade mit anderen Mitgliedern der Community daran. Trotzdem gibt es schon seit Jahren Events, darunter seit 2013 eine Weltmeisterschaft in den Niederlanden, die die weltweite Longboard-Dancing-Community zusammenbringt.

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Sie engagieren sich auch stark für Ihre Community?

Absolut. Vor 7 Jahren habe ich beschlossen, mich der Community zu widmen, und eine Bewegung namens Docksession ins Leben gerufen. Die Idee war, offene Sessions anzubieten, um immer mehr Menschen ans Longboarden heranzuführen und so die Community wachsen zu lassen. Angefangen haben wir in Paris an den Ufern der Seine, wo jeder vorbeikommen und Longboarden entdecken und ausprobieren konnte (und übrigens immer noch kann!). 2015 habe ich alle Rider kontaktiert, die ich weltweit kannte, um das Konzept zu exportieren, und nach und nach haben wir Docksessions in Japan, in den USA, in China, auf den Philippinen usw. organisiert. Heute sind wir überall vertreten und haben Botschafter in allen Ecken der Welt, die die Community jeden Tag wachsen lassen.

Sie haben gerade Ihren ersten Kurzfilm mit dem Titel Halo* gedreht: Wie war diese neue Erfahrung?

Ich habe es geliebt, und ich habe gerade meine eigene Produktionsfirma gegründet! Ich stehe weiterhin vor der Kamera, um zu performen, aber heute möchte ich auch dahinter Inhalte produzieren, weil ich mich so anders ausdrücken kann. Ich würde gern künstlerische Videos drehen, zum Beispiel für Tanz, Surfen oder BMX, nicht nur fürs Longboarden. Ich möchte mich in Richtung Regie entwickeln und mich nicht mehr nur auf die Performance beschränken.

Was dürfen wir Ihnen für die Zukunft in Ihren Taschen wünschen?

Ein Handy, das oft vibriert, um mir jede Menge Projekte anzubieten und mir zu bestätigen, dass ich richtig lag, als ich letztes Jahr meinen Job gekündigt habe, um mich ganz dem Longboard Dancing zu widmen! (Lacht)

*Halo von Lotfi Lamaali, erschienen am 14. Juli 2021

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